Bandinterview: Stolthet
Stolthet, eine noch recht junge
Band aus Sachsen, macht sich daran, die Black Metal Traditionen des Ostens Ehrenvoll
weiter zu tragen, bereits mit ihren beiden Demos "Flamme der Reinheit" (2009)
und "Intoleranz" (2010) legte man den Grundstein und schlug im Untergrund wie
eine Bombe ein, nach der Split mit Blutkult, "Lichtbringer/Golgatha `44" (2010)
gab es dann auch das erste Album "Intoleranz", welches als Promo schon in Demo
Form ähnlich vorgelegt wurde. Wir von Sturmglanz möchten uns
nun in Form eines Interviews den Erzgebirglern mal näher widmen und haben
deshalb dieses Gespräch geführt!
Sturmglanz: Hallo, danke für die Bereitschaft
eines Interviews.
Stolthet: Grüß dich, ich danke für dein
Interesse.
Sturmglanz: Kannst Du mir etwas über die Anfänge
der Band berichten und allgemein über die Band, Informationen gibt es ja
eigentlich keine über Euch, ist das Bewusst gemacht?
Stolthet: An die ersten Anfänge kann ich
mich eigentlich schon gar nicht mehr erinnern, da ich und J. schon ewig
zusammen musizieren. Ich glaube aber
unter dem Namen "Stolthet" ging alles so im Jahre 2008 los. Geplant war die
ganze Geschichte als 2-Mannprojekt zwischen mir und J., ich übernahm Gitarre
und Gesang und J. das Schlagzeug. Kurze
Zeit später stieß dann auch schon C. an der zweiten Gitarre dazu und die ersten
Aufnahmen zu "Flamme der Reinheit" wurden eingespielt. Nach deren Veröffentlichung
kam S. zur Unterstützung am Bass dazu. Und ja, wir wollen nichts weiter über
uns Preis geben, da wir keinerlei Interesse daran haben von jedem erkannt zu
werden oder sonst etwas. Außerdem sollte es um die Musik gehen und nicht um
Namen und Gesichter.
Sturmglanz: Hättet Ihr gedacht, das bereits
die erste Demo so gut einschlägt, von heut auf morgen wurdet Ihr als Geheimtipp
gehandelt, wie siehst Du das?
Stolthet: In erster Linie kann ich das
eigentlich gar nicht nachvollziehen und um ehrlich zu sein, ist das soweit mir
das noch im Gedächtnis ist, ziemlich an uns vorbei gegangen. Wir hatten den
Großteil hauptsächlich selbst an gute Freunde mit zusätzlichem Hemd verteilt
und bekamen diesbezüglich nur von Jenen Lob oder Kritik. Zu der Zeit war auch
keiner von uns in irgendwelchen Foren unterwegs, so dass wir da irgendetwas drüber
lesen hätten können.
Sturmglanz: Bereits mit der Promo Demo zum
Album war klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden, Ihr geht in die
Vollen ohne Rücksicht auf Verluste, kaum vergleichbar mit anderen deutschen
Bands habt Ihr schon eine eigene Hausmarke, Eure Meinung dazu.
Stolthet: An sich ist das ganze Album doch
recht gut geworden obwohl wir auch gern hier und da noch etwas anders gemacht hätten,
aber das gehört wahrscheinlich einfach dazu. Wir spielen einfach das was uns gefällt
und unserer Meinung nach genau zu uns passt und unseren Vorstellungen
entspricht. Wir sind recht unterschiedliche Typen und so treffen auch
verschieden Musikgeschmäcker aufeinander, was sich mittlerweile auch immer mehr
widerspiegelt.
Sturmglanz: Welche Bands haben es Euch
besonders angetan, wirklich erkennbar sind hier keine direkten Vergleiche, gut
der Cover Song ist Anhaltspunkt, mehr aber nicht.
Stolthet: Schwierige Frage, die
Nachspielversion von Priestermord kam eigentlich nur, weil wir glaub ich gerade
das Album bekommen hatten und es uns einfach so gefiel, dass wir es nachspielen
wollten. Ansonsten haben wir wie gesagt
sehr verschieden Geschmäcker. Es reicht
von Hatecore über D-Beat zum Post-Rock, also alles vorhanden und wir bemühen
uns unsre Lieder interessant und abwechslungsreich zu gestallten. Gruppen an denen wir uns orientieren haben wir
aber nicht.
Sturmglanz: Im Black Metal, besonders in
Deutschland begibt man sich recht schnell auf dünnes Eis, mit Euren Band logo und
dem Artwork des Albums werdet Ihr nicht nur Freunde gewonnen haben, wie
beurteilst du das?
Stolthet: Wir hatten nie vor 6Mio. Freunde
zu haben.
Sturmglanz: Jetzt ist Euer Album schon einige
Zeit auf den Markt, gibt es neues Material, oder ist sogar ein neues Album fertig
gestellt, war ja mal angekündigt, wenn ja, wann kann man damit rechnen, bis es
den Massen zum Fraße vorgeworfen wird?
Stolthet: Neues Material ist auf jeden
Fall vorhanden und auch schon so gut wie Aufnahmebereit. Dauert halt nur alles
etwas länger weil wir recht selten zum Proben kommen. Wir hoffen in den nächsten Wochen alles
fertig stellen zu können und dann geht's ins Studio. Auf ein genaues Datum
wollen wir uns nicht festlegen, da immer etwas dazwischen kommen kann und auch
die Gestaltung sowie das Label noch nicht fest steht.
Sturmglanz: Was erwartet uns? Ähnlich dem
Debüt oder habt Ihr etwas neues geplant?
Stolthet: Es wird einfach nur ne
Stolthet-Scheibe. Wir bleiben uns treu und spielen so wie es uns gefällt.
Textlich sowie musikalisch ist wieder eine Steigerung zum Vorgänger zu erwarten
und es geht mal langsam und mal schnell zur Sache. Für mich wird es das Beste
was wir bis jetzt abgeliefert haben, aber es wäre wahrscheinlich auch schlimm
wenn nicht.
Sturmglanz: Das Erzgebirge ist ja bekannt für
seine Szene, gerade im Black Metal kommen ja viele Namhafte Bands von dort,
gibt es da Zusammenhänge / Verbindungen zu andern Bands, oder geht Ihr Euren
eigenen Weg ohne Einfluss, wie seht Ihr
die Szene in Eurer Heimat und generell in Deutschland?
Stolthet: Engen Kontakt zu anderen Gruppen
haben eigentlich gar nicht. Man kennt sich oder man kennt sich nicht und ich
muss nirgendwo rumprahlen, dass ich von irgendeiner Gruppe bin. Wir haben guten Kontakt zu verschiedensten
Leuten, auch von Namenhaften Gruppen, ob nun aus der "Szene" oder nicht und
jener wird auch gepflegt! Wir drängen auch keinesfalls danach mit Gruppen
befreundet zu sein, deren Musik wir scheiße finden. An sich kann ich zur
"Szene" nicht allzu viel sagen, da wir rechte Eigenbrötler sind und Bekannte und Freunde aus der "Szene"
meist nur auf ausgewählten Konzerten
treffen da wir außerhalb der Musik ja auch noch genug zu tun haben.
Sturmglanz: Noch mal auf Eure Musik
zurückzukommen, woher kommt die wahnsinnige Aggression auf dem Album, welche
Anlässe gibt es dafür und welche Emotionen werden dadurch freigelassen?
Stolthet: Ich finde das Album gar nicht so
Aggressiv wie alle sagen. Klar geben Titel wie "Ich gegen Alle!", sowie auch
der Albumtitel mehr als deutlich zu verstehen was Sache ist aber es gibt ja
auch ruhigere Passagen. Die Texte sind hauptsächlich auch recht Aggressiv
gehalten, weil es einfach nur so perfekt zu unserer Musik passt. Und ansonsten
bringt die Aggression natürlich die Gitarre sowie das Schlagzeug. Und das ist nun mal einfach unser Stil. Und wenn
er ordentlich aggressiv ist, haben wir nichts dagegen, denn es kommt aus dem
Bauch.
Sturmglanz: Welche Thematik beschäftigt Euch
bei der Wahl der Texte am meisten, gibt es da eine Richtlinie?
Stolthet: Nein die gibt es nicht. Es gibt
Texte über Religion, Teufel, Das Leben und weiter hinaus. Das was einen einfach
gerade beschäftigt.
Sturmglanz: Spielt bei Euch Satanismus eine
Rolle? Er ist ja das tragende Grundelement des Black Metal in seiner
Entstehungsphase oder habt Ihr dazu keine Meinung?
Stolthet: Da kann ich nur von mir sprechen
und ja es beschäftigt mich. Ich lese recht gern und viel, unter anderem natürlich
auch über Satanismus. Das brachte aber auch die damalige Vorliebe zum Schwarz
Metall mit sich. Und demzufolge wird auch dieses Thema in Texten behandelt.
Sturmglanz: Heidentum und Nationalstolz hat
ja im Grunde genommen nichts mit Faschismus zu tun, wo liegt der Fehler, das
dieses oft verwechselt oder falsch verstanden wird?
Stolthet: Jedes Volk ist auf sich, sein
Land und Ihre Großväter stolz, nur die Deutschen dürfen es anscheinend nicht.
Sobald man ein klein wenig Stolz zeigt, ist man ein Faschist. Ein gutes Bespiel
dazu sind z.B. die jährlichen Trauermärsche in Dresden, welche gerade erst
hinter uns liegen und man sehr deutlich die Medienhetze zu spüren bekommt. Für
mich sind das zwei paar Schuhe, doch werden das die wehrten Herren nie
verstehen, da jedes Sandkorn im Getriebe entfernt werden muss und alle mit
etwas Stolz auf ihr Land und ihr Großväter ein Dorn im Auge sind.
Sturmglanz: In Deutschland landen nun ja auch
recht schnell Tonträger auf den Index, auch der Black Metal ist davon
betroffen, Deine Meinung zum Thema Zensur.
Stolthet: Zensur tötet die Kunst, doch gibt es zum Glück noch
genug die darauf scheißen!
Sturmglanz: Besonders in der Ostdeutschen
Black Metal Szene sind ja viele Musiker in mehreren Bands und Projekten tätig,
wie ist das bei Euch, gibt es da auch irgendwelche Aktivitäten?
Stolthet: Ja die gibt es, bewegen sich
aber nicht im Schwarz Metall.
Sturmglanz: Wird es von Stolthet jemals einen
Liveauftritt geben?
Stolthet: Die gab es bereits. Den ersten bei einer gemütlichen Feier von
Freunden mit etwas lichterem Haar und den zweiten mit den Herren von
"Totenburg". Auch in Zukunft freuen wir
uns über Anfragen für Konzert und stimmen, sofern uns die anderen Gruppen
gefallen, gern zu.
Sturmglanz: Wie und wo entstehen eigentlich
Eure Songs, bei der Probe, schreibt Ihr gemeinsam daran oder ein einzelner in
Eigenregie, wer ist für das Artwork verantwortlich?
Stolthet: Die Lieder entstehen im Proberaum
und bei uns ist das ganz einfach gestrickt. Ich bringe meist einen neuen Text
mit und dann wird man sich einig in wie fern das Lied werden soll. C. legt
etwas auf der Gitarre vor und dann wird solang rumgebastelt bis uns das
Resultat gefällt. Hier und da wird immer noch etwas geändert, entfernt oder hinzu gefügt und schon ist das Lied fertig. Für die
Gestaltung war bis jetzt meist ich zuständig, weil ich immer wieder neue Ideen
habe. Doch beim neuen Album wurde die Verantwortung abgegeben und Major W. hat
nun die Ehrenvolle Aufgabe.
Sturmglanz: Der Black Metal hat ja nun in
Deutschland in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt, mittlerweile hat
man ja schon fast keinen Überblick mehr über die vielen Bands und Projekte, wobei
aber auch viel Müll dabei ist, wie siehst du die Zukunft, macht diese Schwämme
die Szene kaputt?
-Mir sind die meisten Gruppen
absolut egal und ich dränge noch weniger danach, jede zu kennen. Vielleicht ist
es ja auch so, dass jetzt gerade mal
jeder Schwarz Metall geil findet und in einem Jahr ist das wieder ganz
anders. Meiner Meinung nach sollte sich die "Szene" gar nicht darum schären,
denn wenn eine neue Gruppe gut ist wird sich das zeigen, wenn nicht dann nicht.
Mich interessiert das nicht wirklich, ich höre nur das was mir zusagt.
Sturmglanz: Möchtest du etwas zu diesen
Themen sagen?
Sturmglanz: Antifa und Black Metal sagen:
Stolthet: Modeerscheinung dieser Schreihälse
Sturmglanz: Internet und Black Metal:
Stolthet: Gehört mittlerweile einfach dazu, warum auch nicht.
Sturmglanz: Religionen:
Stolthet: Ich würde keiner beitreten.
Sturmglanz: Zum Schluss hast Du das Wort,
möchtest du noch etwas in eigener Sache loswerden?
Stolthet: Ihr hört von uns!
Sturmglanz: Ich bedanke mich im Namen von
Sturmglanz für das Interview und wünsche Euch für die Zukunft alles Gute.
666YOEK (AlphaWolf) Februar 2012
facebook
Über Stolthet Interview im Forum diskutieren!
...weitere Neuigkeiten
18.05.2012 Forgotten Tomb - Details zum neuen Album, zur Tour und zur DVD
18.05.2012 Dark Funeral - 20 Jahre Black Metal mit neuem Album15.05.2012 Entombed - enthüllen "Amok" Cover Artwork!15.05.2012 Split Veröffentlichung mit Acherontas und Nightbringer14.05.2012 Urgehal - Frontmann Trondr Nefas tot aufgefunden
shop