Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Nun ist bereits die dritte Ausgabe des Magazin`s erschienen und die weiteren Planungen für die vierte Ausgabe, welche gleichzeitig die 10 - Jahre - Sturmglanz Jubiläumsausgabe werden soll, laufen bereits auf vollen Touren. [ weiter lesen ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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21. UNDER THE BLACK SUN FESTIVAL 2018

 

05.07.2018 - 07.07.2018 - Es ist wieder soweit - Die zweite Ausgabe des UNDER THE BLACK SUN Festival steht wieder an. In diesem Jahr feiert  man die 21. Ausgabe und das 2. Mal im Brandenburgischen Friesack. Das Gelände hat sich nach dem letztjährigem Hick Hack um Bernau als funktionierender Nachfolger erwiesen, obwohl das Flair und Ausstattung mit dem Reiterhof nicht mithalten kann.

 

Die Anreise erfolgt am Donnerstag mit über 33 Grad Außentemperatur. Vorbereitet mit Sonnenschutzcreme Lichtschutzfaktor 40 + (immerhin will man ja keine rote oder schlimmer noch dunkle Hautfarbe bekommen) ging es fast pünktlich um 18:30 Uhr mit STEINGRAB los. Eigentlich mag ich die Band. Sehr Atmosphärisch, düster und mit einem Hauch von Dekadenz präsentieren sie sich auf dem aktuellen Album „Mystik“.  Aber eben nur auf dem Album. Die Opener-Position und die hohen Temperaturen machten es den 3 Herren nicht einfach. Zwar war der Sound überzeugend, aber die optische Darstellung ließ zu wünschen übrig. Wie zwei festgemauerte Monolithen war nur sehr wenig Dynamik und Motivation auf der Bühne zu spüren. Ein wenig mehr Bewegung der Musiker hätte die Situation verkraften können und so wurde der 40-Minuten-Auftritt zu einer lähmenden Tortur.

 

Dieser Zustand sollte sich jetzt mit den Finnen AUTHOR ändern. Das eigentliche Ein-Mann-Projekt aus der Stadt Pori zog von Anfang an alle Register. Musikalisch reiht man sich in die Reihen von HORNA, SARGEIST und Co ein... finnisch halt. Ein Album „Lopun alku“ und eine EP „Kuolevaisen kirous“ kann man vorweisen und wurde auch hier auf dem Festival zum Besten geben. Extrem Energiegeladen und Kraftvoll schrettert es aus den Boxen und lässt schnell zahlreiche Besucher vor die Bühne eilen. Sehr geil.

 

 

 

 

 

 

 

Keine Verschnaufpause, weiter geht es mit UTUK  XUL aus Kolumbien. Bis zum heutigen Tag war mir die Band unbekannt. Doch in gewogenem südamerikanischem Stil rollte das Trio mit einer geballten Abrissbirne an.  Boah, welche Wucht… und immer wieder schrie Frontmann Inferus Vobyscum die Wörter „Satanic Command“ in den Abendlichen Himmel. Ich würde mir zwar keinen Tonträger von ihnen zulegen, aber Live waren die Herren einfach mal richtig geil.

 

 

 

 

 

 

Wir  bleiben in Südamerika und ziehen weiter nach Peru. Mit ANAL VOMIT aus Lima. Es ist bemerkenswert, dass sich der Veranstalter überhaupt traut, solche Juwelen nach Deutschland zu holen.  Rein optisch gibt es einen gewaltigen Unterschied zu den Promophotos und die „einfache“ Livedarstellung. Scheiß drauf - das Quartett legt sich gewaltig in Zeug um das Publikum zu begeistern. Das örtliche Abrissunternehmen hat möglicherweise, bei beim Zerstören eines 3 Stöckigen Wohnhauses, mehr Rhythmus in der Keule, aber wer mal ein gewaltig Tritt in die Magengrube braucht, ist mit ANAL VOMIT verdammt gut bedient.

 

 

 

 

 

 

 

Mir war es zu heftig und war Làngos essen. Fünf Euro für diese ungarische Spezialität mit Schmand, Käse und Schinken war durchaus vertretbar und dem putzigen Verkaufspärchen habe ich es gegönnt. Nun mussten auch zugeführten Getränke wieder raus, also ab zum WC. 50 Cent oder Flatrate für 5 Euro - ist ja auch ok, aber irgendjemand sollte die Kackbude dann auch mal durchwischen und ein paar Handtücher auffüllen und nicht davor sitzen und dicke Backen machen… Ein (in Zahlen: 1)altes Küchenhandtuch reicht leider auch nicht aus…

 

So, nun ging es weiter mit FIN. Ich hab sicherlich schon mal was von Amerikaner gehört, aber keiner Beachtung geschenkt. So auch an diesem Abend. So stopfte ich mir gerade eine Bratwurst in den Kopp und dillerte über das Gelände, als ein gewaltiger Soundteppich in den nächtlichen Himmel zog. Uiii, dachte ich und musste doch mal gucken gehen. Häää, Schlagzeuger und Gitarrist, mehr gibt nicht. Boah, zwei Musiker erzeugten diese unglaubliche Atmosphäre und dieses fiese Gemädder. Aus dem Trump-Land kommt ein neues Duo - scheiß auf INQISITION - FIN schlagen an dieser Stelle noch eine Portion oben drauf. Das Schlagwerk donnert und ballert so sehr, dass es während des Auftrittes öfters nachjustiert werden musste und Frontmann, Sänger und Gitarrist M.K. vergewaltige seine Lampe so sehr, als gäbe es keinen morgen mehr. Ich war wirklisch geflasht. Eine Stunde Spielzeit kamen mir vor wie 20 Minuten.

 

 

 

 

 

 

 

Kurz nach 24 Uhr war dann Schluss mit dem ersten Tag. Das Fazit ist daher leicht zu ziehen: tolle Kombination mit Luft nach oben.

 

Bevor wir zum zweiten Tag des UNDER THE BLACK SUN Festivals kommen, gibt es noch etwas Kultur.

 

 

 

 

 

Nicht unweit von Friesack im kleinen Dorf Kampehl ist eine Gruft. Darin liegt der Ritter Kahlputz. Die Leiche ist mumifiziert - allerdings weiß niemand wieso.  Seit über 200 Jahren ist der Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz ein Rätsel für Historiker. Der Kurfürst zeugte ein knappes Dutzend legitime und etwa 30 illegitime Kinder. Von Mägden aus der Region forderte er das "Recht der ersten Nacht". Eine junge Frau weigerte sich, doch als ihr Verlobter später starb, wurde der Ritter der Tat verdächtigt. Unter Eid soll er dann gesagt haben: "Wenn ich doch der Mörder bin gewesen, dann wolle Gott, soll mein Leichnam nicht verwesen." Im Laufe der Jahre wurde Kalebuz - wie er laut Grabstein eigentlich richtig heißt - von Experten untersucht. Doch niemand hat dafür eine Erklärung, warum er nicht verweste. Im Bereich der Leber ist ein Loch zu sehen, das für Untersuchungszwecke angelegt wurde. Bislang gilt als Erklärung: er litt an einer auszehrenden Krankheit. Durch eine Glasscheibe ist Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz (1651-1702) heute zu bestaunen.

Kultur beendet und wir wenden uns wieder dem Festival zu. Freitag  14:00 Uhr eröffnete die Band DOOMENTOR.  Hier ist der Name Programm: mittelschnelle rockige Riffs im Wechselspiel mit schnellen Passage und einem grimmigen Old School Gesang. Die Herren waren mir einer Mönchskutte ausgestatten und erwiesen sich als guter Opener für den zweiten Festivaltag.

 

 

 

 

 

Durchaus Flotter zu ging es im Anschluss mit HALPHAS. Die Herren haben ihr aktuelles Album „Dawn of a Crimson Empire“ vor kurzen über Folter Records veröffentlicht und versuchten dies auf dem UNDER THE BLACK SUN Festival umzusetzen. Kurzum, dies war eine gelungene Veranstaltung. Die Dynamik und die Spielfreude waren HALPHAS deutlich anzumerken. Und plötzlich waren Sie da, die Zuschauer mit kantigen Falten vom Schlafsack im Gesicht und applaudierenden Lautstark. Für mich waren HALPHAS an dieser Stelle des Festivals deplatziert. Zu einem späteren Zeitpunkt wäre die Aggression und Bühnenshow besser zur Geltung gekommen.  

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes bauten WOLVENNEST aus Belgien Ihr Set mit allerlei Deko auf der Bühne auf. Die Band war mir bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt. Bei Van Records unter Vertrag konnte dies nur etwas sein, was von der Standard-Black-Metal-Norm  abweicht. Und siehe da, der erste Titel baute sich gewaltig auf und dringt in die Gehörgänge. Eine gewaltige atmosphärische Wand lies das Publikum aufhorchen. Frontfrau SHARON SHAZZULA hatte so ein Ding, naja Ding halt, wie auch die Raumschiff Enterprise -Melodie gespielt wird und fuchtelte mit den Händen wild umher. Sau geil, und nein, es gibt keinen Tittenbonus - die Musik war einfach nur fett. Ob man WOLFENNEST nun im Auge haben muss oder soll, keine Ahnung. Der Auftritt und das aktuelle Album sind und waren perfekt, daher rammelten auch die Zuschauer nach dem Gig scharenweise zum Merchstand um sich mit WOLVENNEST einzudecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiter  ging es mit A CANOROUS QUINTET aus Schweden. Vom hören und sagen soll die Band „Kult“ sein - in den 90zigern – keine Ahnung. Ich fand es dünn und langweilig und die ReUnion hätte man sich sparen können

 

Darauf spielten DÉLÈTÈRE. Französische Sprache und Black Metal ist immer eine Konstellation die nicht immer passen zu scheint. Hier aber schon. Live ist die Band ganz gut – nicht mehr und nicht weniger.

 

Ein weiteres Highlight droht mit HORN. In letzter Zeit spielt die Band des Öfteren. Für mich war es hier auf dem UNDER THE BLACK SUN Festival das erste Mal. Auf dem letzten Album „Turm am Hang“ und der neu erschienen EP „Retrograd“ punkten HORN auf ganzer Linie. Live setzen die Herren sogar noch einen oben drauf. Dreckiger, rotziger und angewiderter Black Metal. Mehr braucht man dazu nicht sagen. Das Publikum sah es ebenso und applaudierte kräftig. Für mich gehören HORN zur Speerspitze des deutsch Black Metal.  Jetzt könnt ihr wieder meckern, ist aber so.

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Bühne wurde nun fast das ganze Equipment abgebaut. Für wen? Für BATUSHKA… Nachdem die ominöse Truppe ihre Auflösung für Ende des Jahres 2018 verkündet hat, dürfte dies hier eines der letzten Konzerte in Deutschland sein. Mittlerweile müsste sie auch jeder gesehen haben. Wie gewohnt, aber mit einer abgespeckten Bühnendekoration spielen BATUSHKA konsequent ihr Set nieder. Und dies dürfte hinreichend bekannt sein. Mit dem nahenden Ende der Band hat sich sicherlich erneut eine Plastik-Black-Metal-Truppe eine goldene Nase verdient. Doch  ich bin mir sicher, da kommt nochmal was. Die Kuh muss doch noch weiterhin gemolken und ausgepresst werden.

 

 

 

 

 

 

 

Im Anschluss wurde es voll vor der Bühne. Innerhalb der fast 45-minütigen Umbauphase zu WOLVES IN THE THRONE ROOM versammelten sich etliche Besucher vor der  naturmystisch-dekorierten Stage. Viele meinten, was jetzt komme, ist unglaublich…  Ich war gespannt… ein blitzende Gitarrenwand zog auf und blies in den Nachthimmel hinauf. Joa, nicht schlecht was die amerikanischen Selbstversorger hier raus blasen.  Die autarken Farmbewohner beherrschen ihre Instrumente. Aber so richtig scheint der Funke nicht überzuspringen. Die Distanz zwischen Musik und Publikum war an diesem Tag einfach unüberbrückbar. Woran es wohl liegt? Das eine eher Linksorientierte Band, den Weg auf das UNDER THE BLACK SUN Festival schafft, muss man auch erstmals drüber klar werden.  Ich war dann dennoch froh, dass es vorbei war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das UNDER BLACK SUN Festival steht mittlerweile dafür, dass sich „Kult“- Truppen regelmäßig selbst zersetzen bzw. einen weitestgehend anderen Eindruck hinterlassen, als der, welcher seit Jahren im Kopf umher saust. Da waren in den letzten drei Jahren HADES, die zugekifften CRAFT und 2017 die Hippie-Norweger IN THE WOODS. Alle haben hart daran gearbeitet die Illusion der 90ziger zu zerstören oder zumindest in Frage zu stellen. In diesem Jahr hat man ARCTURUS eingeladen. Eine Band, die mit dem Album „Aspera Hiems Symfonia“ (1996) für mich eine Offerte eröffnete.

 

Tja, und was soll ich sagen: ARCTURUS reihen sich in die Liste der besagten Bands ein. Zwar konnte der Spirit aus vergangen Tagen musikalisch übernommen werden, aber Gesanglich war es ein Desaster. Obendrein dieses homophobe Gekreische und Rumgezappel, welches eher an einen räudige Straßenkater erinnerte. Da half es auch nicht, dass der legändere Hellhammer am Schlagzeug äußert präzise seine Arbeit verrichtete. Das Gesamtergebnis war nicht so dolle.  Also, machen wir auch hier einen Hacken dran.

 

 

 

 

 

Mit über 100 Minuten Verspätung endet der Abend hier an dieser Stelle. Die Thüringer MOSAIC wurden auf den Folgetag verlegt, was Grundsätzlich schon eine gute Entscheidung war.

 

Tag 3. Langsam melden sich die Knochen, man ist ja auch nicht mehr der Jüngste. Heute hieß es äußerst pünktlich zu sein, da als Opener die Herren von SHROUD OF SATAN angekündigt waren. Und diese wollte ich sehen! Wie zu erwarten war,  haut uns das Trio, trotz der Uhrzeit, ihr neues Album „Of Evil Descent“ mit bravour um die Ohren. Und plötzlich wurde es eng vor der Bühne. So muss Black Metal klingen. Krank, fies und einer gewaltigen Portion Arroganz – und das ist was SHROUD OF SATAN ausstahlen. Da bleibt zu sagen, sehr, sehr geil.

 

 

 

 

 

 

 

60 Minuten später geht es weiter mit BLOOD RED FOG. In anderen Teilen der Welt werden sie als Headliner gehandelt und bei uns treten die Finnen um 15:00 Uhr pünktlich zu Kaffee und Kuchen auf. Naja egal, BLOOD RED FOG erfüllen allen Anforderungen und Erwartungen. Was zusätzlichen Eindruck macht, ist die Leidenschaftlichkeit, mit der das Material zum Besten gegeben wird. Obwohl sich die Zuschauerreihen lichten, ist dieser Auftritt für mich ein voll Erfolg.

 

 

 

 

 

 

 

Für mich ist CIRITH GORGOR  ja eine dieser Bands, die man eher selten im Auto oder im Wohnzimmer anhört. Doch kaum hat man die Möglichkeit sie live zu sehen, rastet man beinahe aus. Das ist einfach eine Band, die passt zum UNDER THE BLACK SUN wie Arsch auf Eimer. Die Menge ist gut dabei, gut besoffen und zahlreich erschienen. Die Niederländer kommen auf die Bühne, fangen an zu spielen und zerlegen innerhalb von 40 Minuten sowohl die Stage als auch die Zuschauer. Eine klasse Show mit phänomenalen Musikern. Und bei so einer geballten Ladung Sound kann die brennend heiße Sonne nichts ausrichten.

 

 

 

 

 

 

 

Ab jetzt ändert sich die Running Order. Statt der angekündigten SCHRAT spielen nun THRONEUM. Die Polen bewegen sich stilistisch irgendwo zwischen Thrash Metal, temporeduziertem Black Metal und ruppigem Todesstahl. Und je mehr man sich in ihren Auftritt hinein hört, desto launiger wird das dargebotene Material. Zwar werden auch hier keine Bäume ausgerissen, aber die Band hat Charme, was nicht zuletzt am Sänger und Gitarristen The Great Executor liegt. Mit seinem Charisma und einem dezenten Gitarrenriffs kann er zusätzliche Aufmerksamkeit gewinnen und einen guten Boden für das schaffen, was nun folgt.

 

Sollte es jetzt mit MOSAIC etwas ruhiger werden? Wohl kaum, die Herren verzichtet bewusst auf ihre Ambiente- und Doomparts und schöpfen aus den Vollen. Und das kommt beim Publikum verdammt gut an. Eigentlich sollten MOSAIC nach ARCTURUS am gestrigen Abend spielen, da wäre die Atmosphäre auch wesentlich passender gewesen, denn der markante Gitarrensound strotzt nur so vor Gänsehautmomenten. Black Metal mit gehörigem Spirit-Anteil. MOSAIC machen ihre Sache einwandfrei und man merkt den vier Thüringern zu jedem Zeitpunkt an, dass sie nicht erst seit gestern Musik machen. Das Publikum honoriert es nach jedem Song und die Band zeigt sich begeistert. Ein starker Auftritt.

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem grandiosen Gig, wie ich finde, gibt es mit CHAOS INVOCATION das nächste Sahnehäubchen des Abends. Die Truppe strotzt nur so vor Energie, versucht ununterbrochen das Publikum mitzureißen und flitzt sowohl musikalisch als auch physisch permanent auf und ab. Mit vollem Erfolg.  Nicht nur musikalisch sind CHAOS INVOCATION allererste Sahne, sondern auch optisch bieten sie den wohl beeindruckendsten Auftritt dieses Festivals. Theatralik in Reinform pflegen ihre Klamotten so elegant wie verstörend. Alle Musiker sind mit Blut beschmiert und mit okkulten Symbolen geschmückt. Auch vom Mischer bekommen CHAOS INVOCATION einen akzeptablen Sound beschert und mit ihrer kraftvollen, mystischen und melodischen Musik sind sie eindeutige Gewinner dieser Veranstaltung. Sie schaffen es mit einer von vorne bis hinten brillanten Performance, das Publikum für sich einzunehmen und werden auch entsprechend abgefeiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von vielen lang herbeigesehnt und in den Umbaupausen und Rahmenprogramm der Festivalgeschichte häufig aus der Konserve gespielt, sollte die Stunde nun für NOCTURNAL kommen. Dass die Mainzer an dieser Stelle des Festivals spielen, das haben sie verdient.  Darüber hinaus sorgen die bewegungsfreudigen Herren durch stampfen, hüpfen und herumlaufen dafür, dass keine Bühnenecke unberührt bleibt. Herrlich feister und erfrischender Black/Thrash Metal mit klarer Ausrichtung an die 80ziger. Dies ist genau das Material, was man jetzt vor den beiden Headlinern braucht! Klasse Auftritt!!!

 

 

 

 

 

 

Über SIGH groß Worte zu verlieren und ist wohl nicht nötig. Jedenfalls dürfte die Band um Mirai Kawashima ohnehin jedem bekannt sein. Die Japaner trumpften auf, Hit an Hit und heiß auf diesen Gig. So dauerte es nicht lange, als mein persönlicher Lieblingstitel "Ready For The Final War" aus den Boxen erklang. Irgendwie hatten die restlichen Musiker ein komisches Outfit, so hätte man meinen können, es handel sich um drittklassige Praktikanten. Aber fehlgeleitet - SIGH haben einen großartigen Job gemacht. Die Japaner turnen nun schon seit fast 30 Jahren in der Weltgeschichte herum, aber ohne Ermüdungserscheinung... Der Black Metal wird dominiert von markanter Gitarrenarbeit und technisch versierten Drumming, der am liebsten in Blastgeschwindigkeit drauflosklöppelt. Doch SIGH können auch anders und drosseln ihr Tempo ab und zu bis hin zu schleichendem Doom - diese langsamen Passagen machen dank ihres hohen Mitbangfaktors dann auch fast noch mehr Spaß. Doch auch das schönste Konzert findet irgendwann ein Ende, und man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es mit dem besagten Hit beendet wird: „Black Metal“ von VENOM. Saustark!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun hieß es Pfandbecher wegbringen, bullern gehen und Anorak anziehen, denn der Headliner des 21. UNDER BLACK SUN Festivals MASTER`s HAMMER steht bereit. Viele Musiker sind im Laufe Jahre gekommen und gegangen. Wer blieb ist Franta Štorm und auch diesmal hat er neue Musiker um sich geschart. Die Songauswahl gestaltet sich sehr abwechslungsreich und geht teilweise auch etwas tiefer in die Bandgeschichte zurück. Über einen Mangel an Bühnenpräsenz können sich MASTER`s HAMMER und Spießgesellen wirklich nicht beschweren und damit das alles ein wenig spannend bleibt, kündigten die Tschechen für heute Abend an, reichlich Material zu spielen. Allerdings hatte sich der Platz vor der Bühne inzwischen beträchtlich geleert, als MASTER`s HAMMER endlich anfangen. Nach inzwischen drei Tagen Programm sind die Kräfte bei vielen einfach am Ende. Doch was MASTER`s HAMMER hier bieten, ist wieder einmal absolut hörenswert. Franta Štorm ist bemerkenswert handzahm und unpeinlich, sodass nur noch die eigene Müdigkeit ein Problem darstellt und irgendwann gegen 24:00 Uhr auch die Oberhand gewinnt. Ohne MASTER`s HAMMER bis zum Ende erlebt zu haben, verlassen wir den Ort des Geschehens und begeben uns auf die Heimreise.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schlussendlich haben SCHRAT das Festival beendet. Warum Diese auf den letzten Platz geschoben wurden, bleibt für mich unklar!

 

Damit sind drei anstrengende Tage vorüber und das UNDER THE BLACK SUN Festival in seiner 21. Auflage hat auch in diesem Jahr wieder deutlich Federn lassen müssen. Das Publikum hat sich verändert, weniger internationale Gäste dafür mehr Hipster, Ökolappen, Schauläufer und Spinner. Die Bandauswahl war ok, sonst wäre ich ja auch nicht hingegangen. Die Foodlogistik war wieder unterirdisch (ausgenommen der Làngoswagen). Hier gab es im regalmäßigen Abstand:  Bratwurst gefroren, Boulette gefroren, Brötchen gefroren und Kaffeemaschine kaputt. Wenn man da 3 Tage kampieren möchte, stellt  dies schon eine persönliche Herausforderung dar. Außerdem viel zu viele Fotografen, deren Bilder man eh nirgendwo wieder sieht und über die Toiletten hatten wir schon gesprochen. Dies sind aber alles Punkte, welche bereits in den letzten Jahren Thema gewesen sind. Abgestellt wurde davon leider nix! Das gute Wetter hat, zumindest meinem Gefühl nach, die allgemeine Stimmung noch ein wenig gehoben. Und bei allen kontroversen Diskussionen haben die positiven Überraschungen im Billing überwogen, zumal man nicht vergessen darf, dass das UNDER THE BLACK SUN Festival auch wegen seiner recht familiären Größe ein angenehmes Spektakel ist.

 

 

Bericht & Photos Varar Wallheim

 

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