Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Nun ist bereits die dritte Ausgabe des Magazin`s erschienen und die weiteren Planungen für die vierte Ausgabe, welche gleichzeitig die 10 - Jahre - Sturmglanz Jubiläumsausgabe werden soll, laufen bereits auf vollen Touren. [ weiter lesen ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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05.10.2018 Hell Unleashed Chapter X in Zwickau

 

Am 05. Oktober 2019 war wieder soweit mit dem HELL UNLEASHED diesmal in der Ausgabe „Chapter X“. Erneut war die Club Seilerstraße in Zwickau der Austragungsort der Veranstaltung. Wie gewohnt, traf man sich und die Gesichter waren bekannt. Der Abend war ein Teil einer ausgeprägten Tour durch die Länder England, Frankreich, Niederlande, Tschechien, Belgien, Österreich und natürlich Deutschland der Bands HETROERTZEN, SEKTARISM und LUX CAELIS. Hier in Zwickau hat der Veranstalter nochmals ein besonders Highlight hinzu buchen können - und zwar die Polen PLAGA.

 

 

Und sie sind gekommen. Mein lieber Herr Gesangsverein! Als ich einigermaßen pünktlich am Club auftauchte, stehen schon eine Menge Besucher vor der Tür und genießen die milde Herbstluft. Ein Blick in die Runde zeigt: Das wird gut voll - und das  bevor die erste Band angefangen hat. Und die soll uns nicht lange warten lassen. Um kurz vor halb neun legen LUX CAELIS los, eine Band, die sich stampfenden und klassischen Okkult Black Metal auf die Fahnen geschrieben hat. Und als dann die Vocals einsetzen, fühlt man sich deutlich an BÖLZER erinnert. Es gibt eine Hochgeschwindigkeitsriffattacke nach der anderen, aber auch langsame Doom Passagen. Nur fehlt der letzte Funke der Überzeugung, wobei nicht klar ist, ob es am teils recht breiigen Sound liegt, oder am Zusammenspiel der Musiker, das noch ein wenig straffer sein könnte. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der Mitte, doch tut das der Tatsache keinen Abbruch, dass LUX CAELIS einen ordentlichen Auftritt hinlegen, der trotz mangelnder Abwechslung einen soliden Unterhaltungsfaktor bietet.

 

 

 

 

 

Die nächste Band erwarte ich mit gemischten Gefühlen, denn SEKTARISM durfte ich schon einmal mitnehmen und sie sind mir damals mehr für ihr Auftreten als für ihre Musik im Gedächtnis geblieben. Gleich vorweg: SEKTARISM haben das Glück, den mit Abstand besten Sound der Abends kredenzt zu bekommen. Zu Beginn der Show hämmer mächtige Trommeln es aus dem hinteren Bereich des Saales. In Leinenmäntel gehüllt betreten die Franzosen die Bühne. Vier düstere Gestalten in einem gelblichen Sackgewand, eine Kreatur in einem roten Mantel gekleidet. Frontmann Eklezjas'Tik Berzerk schreit ohne Mikrophon immer wieder "Satanas"... Die Bühne ist dunkel, der Geruch von Weihrauch-Räucherstäbchen. Diese Atmosphäre, der Sound und der bizarre Schreigesang vermitteln eine bösartige und unwirkliche Stimmung. SEKTARISM spielen kein Konzert - sie zelebrieren ein Ritual... Und plötzlich steht Eklezjas'Tik Berzerk im Publikum und fauchte die faszinierend schauenden Anwesenden an und fuchtelt mit seinen Händen wild umher.  Kurz darauf streifte das Geschöpf im roten Mantel durch die Reihen und verpasste jedem Zuschauer ein Wachssymbol auf der Stirn...  Bemerkenswert der Auftritt der Band in optischer Hinsicht ist, musikalisch grenzt es an avantgardistischen Black Metal. Der Saal ist zu diesem Zeitpunkt zur Hälfte gefüllt. Mir hat es aber außerordentlich gut gefallen und werde mich mit dem aktuellen Album "Fils de Dieu" noch genauer beschäftigen. So wie die Horde den Saal betreten haben, verlassen sie diesen Ort auch wieder - mit rituellem Trommelschlag und Geschrei…

 

 

 

 

 

 

 

Nun kommen wir zum ersten Grund dafür, dass das HELL UNLEASHED  ein Meilenstein in der Geschichte dieser Konzertreihe ist. Schon zum zweiten Mal betreten  PLAGA die HELL-UNLEASHED  -Bühne.  Bereits im April 2013 zum ersten Teil der Konzertreihe  waren sie Herren vertreten. Rockiger, atmosphärischer Black Metal, mal zappenduster und dann wieder erfrischend anders. Erfrischend anders auch deswegen, weil man diese Musik nicht an jeder Ecke hört. Zumindest nicht in diesem Aufguss. Die Polen sind mit dem Album (2013) „Magia gwiezdnej entropii‟ derart in der Black Metal Szene eingeschlagen, dass es nicht verwundert, dass der Saal inzwischen proppenvoll ist. Nach etwas verlängertem Soundcheck geht es dann auch los und die Performance der Band ist beeindruckend. Die Band liefert einen bemerkenswerten Job ab. Die Klangfülle ist gewaltig. Dazu ist die Vokalperformance leidenschaftlich und abwechslungsreich. Das Publikum weiß das gnadenlose Brett von PLAGA auch entsprechend zu würdigen und feiert die Band standesgemäß. Am Ende bleiben ein seliges Grinsen und die Erkenntnis, dass es nach einem solchen Set sehr schwer für HETROERTZEN werden wird.

 

 

 

 

 

Dies war dann auch so. Schlussendlich geht es  weiter mit viel Atmosphäre - HETROERTZEN als Headliner betreten die Bühne und ohne irgendwelchen Firlefanz geht es auch gleich los. HETROERTZEN waren mir immer ein wenig suspekt. Warum, kann ich gar nicht so richtig sagen. Der Saal hat sich ab diesen Zeitpunkt nicht wieder komplett gefüllt, nur wenige Zuschauer haben ein klares Interesse an der Band, deren Musik ordentliche Momente hat, aber dann auch wieder in langweilige triftet. Anders an diesem Abend. Die Herren sind leidenschaftlich bei der Sache und spielen eine gute Mischung aus ihrem Katalog. Mal aggressiv, mal emotional und mal überspitz stellt sich die Band an diesem Freitagabend dar. Und am Ende kann ich zufrieden festhalten, dass alle Erwartungen erfüllt wurden. HETROERTZEN sind eine hervorragende Band, die live mit ihrem rituellen und unkonventionellen Sound voll überzeugen kann.

 

 

 

 

 

 

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung hier in Zwickau. Jede dieser Bands hat ein Alleinstellungsmerkmal, jede konnte hier gehörigen Eindruck hinterlassen und das liegt nicht am vielen Weihrauch. Allerdings hat man es hier auch nicht mit heimlichen Kirchgängern zu tun, sondern mit Musikern, die ihrem Konzept scheinbar alles opfern und unbeirrbar ihren Weg gehen.

 

Bericht: Varar Wallheim Oktober 2018 I Photos: Varar Wallheim