Der Pestbote - Druckausgabe

Sturmglanz Produktionen

Sturmglanz Produktionen ist ein Teil der Sturmglanz Black Metal Manufaktur und hat sich darauf spezialisiert Black Metal zu veröffentlichen. Neben Tapes, Vinyl oder CD in regulären sowie limitierten Auflagen werden auch Shirts und Zipper realisiert. Alle Veröffentlichung findet ihr hier in unserem Sturmglanz Black Metal Store.  [ zu Sturmglanz Produktionen ]

Der Pestbote - Druckausgabe

Der Pestbote - Druckausgabe

Schon lange laufen die Vorstellungen und Planungen für ein gedrucktes Black Metal Magazin als Ableger des Sturmglanz Webzin`s. Nun ist bereits die dritte Ausgabe des Magazin`s erschienen und die weiteren Planungen für die vierte Ausgabe, welche gleichzeitig die 10 - Jahre - Sturmglanz Jubiläumsausgabe werden soll, laufen bereits auf vollen Touren. [ weiter lesen ]

 

Sturmglanz Veröffentlichung

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03.10.2018 WATAIN, ROTTING CHRIST & PROFANATICA

 

Große Ereignisse werfen ihre Schatten weit voraus. Direkt nach der Veröffentlichung des neuen WATAIN Album „Trident Wolf Eclipse“ wurde die Tour mit dem Titel „THE TRIDENT`S CURSE“ quer durch Europa angekündigt. Als Verstärkung wurden die Amis von PROFANATICA und die Griechen ROTTING CHRIST verpflichtet. Und so machte das Package am 03.11.2018 im Leipziger Hellraiser stopp.  Das sich die Lokation für WATAIN bestens eignet, dazu später mehr.  Das Auto vollgeladen und ab ging es gegen 18:30 Uhr in die sächsische Großstadt. Schon weit sichtbar lümmelten vor dem Club bereits einige Hipster- und Bundhaar-Eierköppe, während es im Club selbst schon recht ordentlich gefüllt war.

 

Überraschender Weise ging es überpünktlich um 19:30 Uhr mit PROFANATICA los. Man muss die Musik und die Show der 3 Amerikaner Herren mögen. Ziemlich eintöniger Black Metal mit einem musikalisch eindeutigen Florida-90-Jahre-Death-Metal Einfluss. Kein Wunder, immerhin war Paul, heute wieder neben dem Gesang auch am Schlagzeug, ein Gründer der legendären Death Metal Band INCANTATION. Und von Anfang an geben die Herren ordentlich Gas. Mittelschnelles Gestampfe donnert aus den hohen Boxen, die Gitarren kreist wie eine Kettensäge und der Bass blubbert im Takt. Das was es auf den Tonträgern zu hören gibt, gab es auch identisch auf der Bühne zu hören. Obwohl das Outfit schon einige Jahre bestand hat, sollten  PROFANATICA dies nochmal überdenken. Der Grat zwischen ernsthaft- und Lächerlichkeit ist hier nur sehr schmal. Ansonsten ein solider Auftritt, mir hat es gefallen.

 

 

 

 

 

 

Ich hab mich noch nie mit ROTTING CHRIST intensiv beschäftigt oder bin deren Aktivitäten nachgegangen. Sicherlich mal den einen oder anderen Titel bei YOUTUBE gehört, aber das war es dann auch. Ich war an diesem Abend gespannt darauf, zumal ich die Griechen noch nie Live gesehen hatte. Links und rechts auf der Bühne standen zwei riesige Aufsteller mit der Aufschrift  ROTTING CHRIST - Black Metal. Und genau das würde ich den Herren nicht mehr unterschreiben.  Ja, die Horde ist schon seit Ewigkeiten im Geschäft und sie werden auch immer wieder als prägnanter Einfluss von anderen Black Metal Bands genannt. Aber ey, das heute Abend war doch Mist oder? Hat das noch was mit Black Metal zu tun? Ich meine nicht! Angefangen von  Kommentaren wie „Hab ihr einen schönen Abend“ oder das schwuchtlige Muskelgepose bis zur Animation und Aufforderung eines Moshpit hat dies im ersten Schritt nix mehr mit Black Metal zu tun. Auch musikalisch ist es mittlerweile absolut grenzwertig. Der Gesang oftmals Clean und im (Paganstil-) Chor, massig elektronische Samples und überhaupt… das ganze „Satanas“, „Luzifer“ und „Baphomet“-geblärre nehme ich der Band einfach nicht mehr ab. Zutiefst enttäuscht war ich dann endlich froh, dass das Trauerspiel nach 60 Minuten ein Ende fand! Die Menge allerdings fand es gut!

 

 

 

 

 

Das WATAIN im linksversifften Leipzig so ganz ohne Probleme auftreten konnten, wundert mich in diesen Zeiten ja wohl doch ein wenig. Hier scheint die Meinungsdiktatur wohl noch nicht zu greifen. Nachdem  Gitarrist SET TEITAN nach seinem augenscheinlich interpretierten Hitlergruß zu einer „Zwangs“-Pause verdonnert wurde und Erik ein ausgiebiges Statement dazu veröffentlichte, haftet das Thema  wohl nicht mehr an der Band. Glücklicherer weise  ist der Mensch ein dummes und oberflächliches Herdentier,  so das auch diese Angelegenheit sicherlich schnell wieder in Vergessenheit gerät. Doch kommen wir zur Musik: Emsig wurde die Bühne mit vielen Helfern umgebaut und in den WATAIN „Status“ verwandelt. Was das heißt? Viel rostiges Blech, viel Dekoration und verdammt viel Feuer. Und für diese Art von Bühnenshow ist der Hellreiser bestens geeignet. 21:30 Uhr ertönt das mächtige Intro aus den Boxen und Fronter Erik erscheint mit einer riesigen Fackel auf der Bühne. Und kurz darauf bricht das gewaltige Gewitter los… Wut, Aggression, Leidenschaft und ein total beschissener Sound in den ersten Minuten prägt den Eindruck. Doch nach und nach wurde der Klang besser und die majestätische Show prügelte sich von einem Highlight in das Andere. Die Bühne stand in Flammen,  die Musiker und die Besucher in der ersten Reihe sind einer ungeheuren Hitze ausgesetzt. Diese Atmosphäre, diese Spannung und diese Ausstrahlung machen WATAIN, zu Recht,  zu einer der besten und erfolgreichsten Bands in diesem Genre. In den über 100 Minuten Spielzeit nahm mich die Band mit auf ihre Reise und holte mich ab…  Eine wahnsinnige Dynamic und Energie herrschte bei den Titeln „The child must die“, „Wolves curse“ oder „Storm of the Antichrist“ im Saal. Erik sprang wild umher, kreierte Gestik und Mimik und verschleuderte Asche und Blut in das Publikum - dazu überall Feuer  und Nebel - irre. Ich finde es gut, dass ein Band in diesem Erfolgsstatus ihren Prinzipien treu bleibt und ihr Ding durchzieht. Und das merkt man. Gigantischer Auftritt der Schweden mit Erlebnischarakter. Schon lange nicht mehr solch eine Intensität gespürt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine weitere, ebenso hochwertige Veranstaltung war an diesem Tage das METAL MASSACRE 4 im Erzgebirge. Dort waren an diesem Abend zu sehen und vor allem zu hören  NEKROPSIE, NOTORIUS, ISGALDER und ANDRAS. Einige haben sich gefreut die Kult Horde ANDRAS jetzt nochmal Live erleben zu können, da diese ja bekanntermaßen auf den „Frostfeuernächten“ im Februar 2019 überraschend ausgeladen wurden.  Wer für das Festival wegen ANDRAS eine Eintrittskarte erworben hat, kann diese aber gerne beim Veranstalter zurückgeben.

 

Bericht: Varar Wallheim November 2018 I Photos: Varar Wallheim